4 LEADER-Projekte unter einem Dach

Interkommunale Kooperation im Geiste Raiffeisens



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und unsere Aktivitäten und Ziele.

News und Aktuelles

Besuch beim Zahnarzt? Da musste Raiffeisen lange suchen

Raiffeisenbotschafter Stephan Fürst beleuchtete Gesundheitswesen vor 170 Jahren

Überraschend gut besucht war der zweite „Raiffeisen-Werkraum“, den der Brodverein 2019 in seinem Gasthof Zur Post in Weyerbusch veranstaltete. Das von Raiffeisenbotschafter Stephan Fürst ausgesuchte und vorgetragene Thema „Gesundheit vor 170 Jahren“ traf wohl einen Nerv.

Die Zuhörer waren gleichzeitig sozusagen ein doppeltes Premierenpublikum: Zum einen weihten sie mit ihrer Anwesenheit das gerade erst renovierte „Gesellschaftszimmer“, den kleinen Saal des Gasthofs, ein, zum anderen besuchten sie die erste Veranstaltung des Brodvereins seit dem Corona-Lockdown. Mag sein, dass gerade der letztere Umstand zu dem großen Interesse am Gesundheitswesen des 19. Jahrhunderts beitrug, jedenfalls hatte man – den Coronaregeln geschuldet – sogar Anmeldungen ablehnen müssen.

Wohin ging Raiffeisen zum Arzt? Und was machte er, wenn er Zahnschmerzen hatte? Historisch genau war das natürlich nicht zu ermitteln, doch gibt es einzelne Anhaltspunkte. So ist aufgrund eines Briefes zu vermuten, dass Friedrich Wilhelm Raiffeisen auf einer seiner Reisen einen Arzt aufsuchte, der als Begründer der modernen Augenheilkunde gilt: Albrecht von Graefe (1828-1870). Helfen konnte dieser ihm aber offenbar nicht: Bekanntlich erblindete der Genossenschaftsgründer.

Der Referent machte deutlich, dass Ärzte, insbesondere Zahnärzte, sowie andere medizinische Angebote im Westerwald Seltenheitswert hatten. Generell gab es in der Mitte des 19. Jahrhunderts aber auch erwähnenswerte Fortschritte. So war der „Retter der Mütter“ genannte Arzt Ignaz Semmelweis ein Zeitgenosse Raiffeisens. Er wies den Zusammenhang zwischen Hygiene und dem „Kindbettfieber“ nach und beendete damit ein großes Sterben von Wöchnerinnen in Krankenhäusern.

Krankenhäuser waren übrigens die medizinischen Einrichtungen, von denen es im Kreis Altenkirchen damals mehr als heute gab, unter anderem auch eines in Hamm – was sogar die Anwesenden aus diesem Ort verblüffte. Wie eine heutige Klinik darf man sich diese Einrichtungen jedoch nicht vorstellen: Sie bestanden häufig nur aus mehreren Betten in einem Raum und einer Betreuung durch eine Gemeindeschwester.

Nach vielen weiteren Informationen dankte der Beifall der Besucher Stephan Fürst, der seinerseits fürs Kommen dankte und als Anregung für einen weiteren „Raiffeisen-Werkraum“ das Thema „Genossenschaften als Lösungen für die heutige Zeit“ mitnahm.




Corona kann uns
nicht aufhalten!


Bei allen Brodvereins-Projekten geht es voran

Trotz Corona gibt es in unseren Projekten Bewegung. Wenn auch der Gasthof Zur Post allein durch seine Lage an der B 8 die größte Aufmerksamkeit genießt (wenn sich da die Türe öffnet, wird sofort beim Vorstand oder in der WhatsApp-Gruppe des Brodvereins nachgefragt!), so sind auch unsere anderen Vorhaben auf einem sehr guten Weg.

Erfolgreiche Saison im Gemeinschaftsgarten

Im Gemeinschaftsgarten konnten Gurken, Salat, kopfgroße Kohlrabi und die ersten Kartoffeln geerntet werden – leider nicht als gemeinschaftliches Erfolgserlebnis wie im vergangenen Jahr, denn das geht nun einmal wegen der Abstandsgebote nicht. Nichtsdestotrotz ist es gelungen, auf dem Ochsenbruch verschiedene Gemüsesorten ans Wachsen und Gedeihen zu bringen.

Die Gartensaison läuft also erfolgreich, und der Gartenbetrieb wird ganz bestimmt auch im nächsten Jahr fortgesetzt – zumal sich auch immer mehr Interessierte melden. Bis dahin gilt unser herzlicher Dank Brunhilde Weser, die uns den Gemeinschaftsgarten auf ihrem Grundstück ermöglicht und auch viele Arbeiten ganz allein übernimmt. Wenn es so richtig ans Schaffen geht sind Otmar Orfgen und Rasmus Baucke immer wieder dabei. Auch Rita Orfgen gehört zu den ständigen Helfern.

August-Sander-Weg schreitet voran

Auch der August-Sander-Weg, der für Kunst- und Fotografie-Interessierte, für Touristen und Schüler gedacht ist, hat ein paar Hürden genommen. Nachdem der LEADER-Förderantrag bewilligt worden war, konnten ein professioneller Fotograf und das Planungsbüro zur Konzeptentwicklung und Wegefindung beauftragt werden.

Es gab außerdem fruchtbare Kontakte mit den Tourismus-Verantwortlichen für den Rhein-Sieg-Kreis und den Westerwald, eine erste Begehung des möglichen Weges sowie Zeitzeugengespräche. Außerdem wurden erhellende Gespräche geführt mit der SK-Stiftung Kultur, die den fotografischen Nachlass Sanders verwaltet, und sogar mit dem Getty-Museum in Los Angeles, wo einige seiner Bilder ausgestellt sind. Auf der Website des Museums ist auch eine kurze, aber sehr treffende Beschreibung von Sanders Hintergrund (in englischer Sprache) zu finden:Hier klicken

Auch in der „Post“ hat sich einiges getan

Unser Vereinslokal ist nun seit fünf Monaten geschlossen – was aber nicht heißt, dass nichts passiert wäre. Unsere Mitarbeiterin Anita Schönburg hat sich zum einen um das äußere Erscheinungsbild verdient gemacht und durch Blumen-Arrangements vor der Tür eine sehr einladende Optik geschaffen. Auch den ersten Versuch, die alte Außenbestuhlung durch Anstreichen im Shabby Chic „wiederzubeleben“, kann man nur als sehr gelungen bezeichnen.

 Was Anita aber außerdem machen konnte: Brötchen und Getränke herrichten für die Männer und Frauen, die unseren Gesellschaftsraum herrichten. Das war viel Arbeit, denn es mussten Löcher gefüllt, Wände abgeschliffen und verputzt, die Decke geglättet, aber auch manche Überraschung abgearbeitet werden. Inzwischen ist die Decke gestrichen, und der Vorstand ist schon sehr angetan vom bisherigen Ergebnis. Hier ergeht ein herzlicher Dank an die Teams von der Neuen Arbeit e.V., die sehr fleißig und immer gut gelaunt waren. 


 
In der Küche steht nun auch eine Küche – und zwar eine richtige Gastroküche. Angeschlossen ist sie nicht, denn es fehlen Wasser- und Stromanschlüsse sowie auch Ablufteinrichtungen nach heutigen Vorschriften. Hier muss man einfach zugeben: Das Geld ist alle. Wir haben unseren Mitgliedern zwar sehr dafür zu danken, dass trotz der Corona-Belastung keiner seine Mitgliedschaft gekündigt oder Beitragszahlung eingestellt hat. Trotzdem fließen die Spenden nicht wie noch Anfang des Jahres, und für Bestellungen der Vor-Corona-Zeit (z.B. eben die Kücheneinrichtung) waren noch Rechnungen zu bezahlen. Außerdem fehlen die Spenden der Gäste, die wir früher mittwochs im Vereinslokal begrüßen konnten.

An dieser Wiedereröffnung hindert uns das Fehlen einer Spülmaschine, denn die ist laut den Corona-Regeln zwingende Vorschrift, egal, ob Vereinslokal oder Gastronomiebetrieb. Eine entsprechende Spülmaschine ist zwar vorhanden, aber nicht angeschlossen – siehe vorheriger Absatz.

Dennoch ist geplant, nach den Sommerferien (also schon sehr bald) wieder mit ersten Aktivitäten zu beginnen. Wir hoffen außerdem, dass wir den Gesellschaftraum bald für private Feiern vermieten können.

Bis bald, und bleibt gesund!

Euer Vorstand

(Text: spa/Foto: Anita Schönburg)



Liebe Mitglieder und Freunde des Brodvereins,

Weiterhin bieten wir allen Hilfe an, die wegen der Pandemie lieber zu Hause bleiben wollen. Meldet euch gern beim Vorsitzenden Max Weller (02686/590 oder 0176/976 989 76). Er bringt Hilfsbedürftige und Helfer zusammen.

Bis bald und bleibt gesund!

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Was einer nicht schafft, das schaffen drei!

Raiffeisen-Orte Hamm, Weyerbusch und Flammersfeld im Schulterschluss 

Hamm, Weyerbusch, Flammersfeld – das sind die Stationen von Friedrich Wilhelm Raiffeisen im Kreis Altenkirchen. Akteure aus den drei Orten wollen sich enger vernetzen, gemeinsame Veranstaltungen organisieren und diese auch gemeinsam bewerben. Das wurde bei Gesprächen der Touristiker aus den Verbandsgemeinden Hamm und Altenkirchen-Flammersfeld sowie auch Vertretern unseres Brodvereins vereinbart. Eins der Abstimmungsgespräche fand im Gasthof Zur Post statt.

 Die Verstetigung des Schwungs, der die Region durch das Raiffeisenjahr 2018 getragen hat, ist ein Ziel des Ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld, Rolf Schmidt-Markoski. Mit dem Anliegen, die Zusammenarbeit an den Wirkungsstätten Raiffeisens zu verstärken, rannte er sowohl in Hamm als auch in Weyerbusch offene Türen ein.

Nach der Corona-Pause tat es gut, Pläne für 2021 zu schmieden, über neue Ideen und Veranstaltungen zu sprechen. So waren auch nur zwei Gesprächstermine nötig, um ein gemeinsames Vorgehen und eine erste Liste von Veranstaltungen zu verabreden, die man entweder gemeinsam organisieren oder mit Stand und/oder Beitrag bereichern will.

Ein Beispiel ist der Internationale Museumstag 2021. Ein erster Vorschlag dazu sieht so aus: Morgens Beginn in Flammersfeld mit offizieller Eröffnung, Lesung oder Musikstück sowie Führungen im Raiffeisenhaus; mittags Einkehr im Weyerbuscher Gasthof „Zur Post“ mit Erbsensuppe und Raiffeisenbier sowie Ausstellung zum Thema Genossenschaften; am Nachmittag um 15 Uhr Kaffee und Blechkuchen in Hamm mit Führungen im Museum und im Stammhaus der Biergenossenschaft sowie musikalischer Unterhaltung.

Auch die Kulturschaffenden sind aufgerufen, sich am Austausch zu beteiligen und sich neues Publikum zu erschließen. So könnte das Musikstück in Flammersfeld von Interpreten aus Hamm kommen und der musikalische Beitrag in Hamm beispielsweise aus Weyerbusch, wo der Gasthof Probenlokal für Musiker ist bzw. wieder werden wird.

Der „große Wurf“ der neuen Kooperation wäre aber ein innovatives Programm für die Gäste der Raiffeisen-Orte. „Die meisten Touristen, die sich für Raiffeisen interessieren, bleiben leider nur einen Tag“, berichtet Martina Beer von der Tourist-Info Altenkirchen-Flammersfeld. Die Ideensammlung aus den Treffen der neuen Kooperationspartner macht aber Hoffnung, dass sie künftig auf weitere Aspekte des Raiffeisenlands neugierig genug sein könnten, um einen zweiten Tag dranzuhängen.

Hier möchte sich der Brodverein 2019 mit seinem Projekt August-Sander-Weg und der Kunstlandschaft „Im Tal“ einbringen, aber auch mit vertiefenden Beiträgen zum Thema "Genossenschaften heute". 


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Erfolgreicher 1. "Raiffeisen-Werkraum"

Ein großer Erfolg war die erste Folge des „Raiffeisen-Werkraums“, zu der der Brodverein 2019 am 11. März in sein Vereinslokal, den Weyerbuscher Gasthof Zur Post, eingeladen hatte. Rund ein Dutzend geschichtsinteressierte Besucher folgte Raiffeisenbotschafter Stephan Fürst auf der Wissensreise ins 19. Jahrhundert.

Zahlreiche Nachfragen und Wortmeldungen zeigten, dass Fürst, gleichzeitig Gründungsmitglied des Brodvereins 2019, das Interesse der Zuhörer getroffen hat und trotz der Vorkenntnisse seines Publikums viel Neues zu vermitteln wusste. So erstaunte es manchen, dass Raiffeisen vor seiner Heirat einem Freundeskreis angehörte, der sich der Muße und der Muse verschrieben hatte, dass er selbst Gedichte verfasste und Musik liebte.

Einer der Dreh- und Angelpunkte des Vortrags war das Datum 11. März. An dem Tag fand 2020 nicht nur der Vortrag statt, sondern starb 1888 auch Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Das Datum war auch bedeutsam für Informationen über Zeitgenossen Raiffeisens wie der „Jeanne d’Arc von Potsdam“, Eleonore von Prochaska, geboren am 11. März 1785 und ein Popstar jener Zeit.

Im Mittelpunkt des munteren Austauschs standen aber vor allem die damaligen Lebensverhältnisse wie beispielsweise ein Vergleich zwischen dem einstigen und heutigen Wahlrecht oder dem Einkommen eines Tagelöhners von 1840 und eines „Mindestlöhners“ von heute.

Mehr aus dem Alltag der Vorfahren zu hören, war auch der Wunsch der Anwesenden, die zu weiteren Treffen im „Raiffeisen-Werkraum“ zusammenkommen wollen. Aus aktuellem Anlass interessierte besonders die medizinische Versorgung.

Der nächste Raiffeisen-Werkraum (RWR) im Gasthof Zur Post findet am Mittwoch, 29. April, um 18 Uhr statt, wenn nicht weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie getroffen werden. Aktuelles erfährt man unter  http://www.r-wr.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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